| via Deviantart |
....
Ich
schluchze und weine fürchterlich. Wenn meine Eloise mich
sehen könnte, sie würde denken, ich wäre ein Weichei. Doch ein
Weichei würde diese fremde Frau nicht einfach mitnehmen und
versteckt halten. Ihr werde ich es beweisen. Ich bin kein Weichei.
Und schon gar nicht verrückt. Dass diese Frau hier auftaucht, hat
mich einfach völlig aus der Bahn geworfen. Plötzlich kommt sie auf
mich zu und will mir die Hand auf die Schulter legen. Sie denkt wohl,
sie müsste Mitleid mit mir haben. Bevor ihre Hand meine Schulter
auch nur berührt, schrecke ich hoch und stoße sie mit beiden Händen
zurück. Sie taumelt erst ein ganzes Stück bevor sie mit einem
Schrecken im Gesicht und einem lauten Knall hart auf dem Boden
aufkommt. Ein Angstschrei. Jetzt hat sie Panik.
Die Frau fängt nun auch noch an zu
schreien. „Lass mich gehen, bitte, ich will nur nach Hause, bitte
tun sie mir nichts...“ - „Klappe!“, unterbreche ich sie und
donnere ihr mit der Faust ins Gesicht. Sie fängt bitterlich an zu
weinen. Bei diesem Gejaule kann ich nicht denken, ich weiß nicht wie
ich sie loswerden soll. Noch nicht. Also verpasse ich ihr noch eine.
Jetzt ist sie wieder still und ich kann nachdenken. Diese Frau ist in
mein Revier eingedrungen, mein Versteck. Sie weiß, wie ich aussehe.
Kennt mein Gesicht. Und wenn ich sie gehen lasse würde sie die
anderen hier hinunterführen. Diesen Frauen kann man nicht trauen,
sie sind alle so geschwätzig wie meine alte Eloise. Ach Eloise, tote
Eloise, irgendwann wirst du mir verzeihen.
Die Frau scheint noch eine ganze Weile
bewusstlos zu bleiben, also beschließe ich, ihr erst mal jeden ihrer
Ringe von Finger zu ziehen. Ich lege ihre Kette und ihre Ohrringe ab,
nehme die Gartenharke und die Autoschlüssel aus ihrer Tasche. Dann
setze ich mich in den alten Ledersessel und denke nach.
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