Sonntag, 10. Februar 2013
I.
Sonntag. Arbeiten. A. Superbowl. Schlapplachen. Wegfahren. 2 Stunden schlafen. Zigarette. nach Hause. Montag. Abgabe. Rumeiern. Fertig. Burger essen. Sausa. böse Wörter. Burgerking. Knuddeln. Stundenlang Kneipe suchen. hohe Schuhe. Schmerzen. nach Hause. Bett. Dienstag. Um 12 raus. arbeiten. Intervention. Schnitte. Energy. 4 Uhr. fast fertig. Mittwoch. wieder raus. durchpowern. Modelle. Abgabe. Müde. wieder rumeiern. rote Haare. Bier. Wein. Wohnung feiern. A & J. Schraubenzieher. Teefilter. neue Klamotten. Billiard. Rabatt. zu spät. Schnee. nach Hause. Schlafen. Donnerstag. Pflaster. Cappucino. Kellner. Männergespräche. Telefon klingelt. Ununterbrochen. Bier. Verkuppeln. S. Sekt. Küche. Sofa. Taxi. Pizza. Brain. Schock. Knicklichter. Menschen. Partytekten. F. auf Toilette. psst. drehen. Kotzgeräusche. A. Liebe. Bier. Frust. M. weinen. Taxi. M. rausfallen. Käse. Bett. Kuscheln. Knicklichter. rote Augen. Freitag. aufstehn. Keine Lust. duschen. rauchen. los. Energy. wieder Menschen. Domina. filmen. genervt. Tür zu. abhaun. Scheiß Schnee. Schlüssel in der Hand. Paras. Schlafen. Samstag. Kneipe. arbeiten. Vertragen. Verzeihen. Schnaps. Losgehn. Schock. alles cool. los. T. Freude. A. okay. kein Perso. Pillen. warm. ausziehn. Armdrücken in der Luft. tanzen. trösten. A. Liebe. weg. Bier auf dem Shirt. raus. kalt. Schnee. wieder rein. sitzen. trösten. rumspacken. nichts passiert. Taxi. Bett. Körper kaputt.
Mittwoch, 6. Februar 2013
Glaubensfrage
| via Deviantart |
Er wusste nie, was er glauben sollte.
Mal glaubte er an weiße Rauschebärte, mal an dicke runde Bäuche,
mal an nichts und mal an alles. Doch all das, was die Leute ihm
erzählten, konnte ihn nicht befriedigen. Dass er nicht an Gott
glaubte, wusste er zumindest, da muss es doch etwas anderes geben,
dachte er. Und so stolperte er umher und suchte nach einer Antwort
auf seine Fragen, nach einer Wahrheit, die für ihn einen Sinn ergab.
Eines Tages sah er sie am Fenster
sitzen mit ihren Seifenblasen. Er war fasziniert und fragte sie was
sie da tat. Setz dich, sagte sie zu ihm und fing an ihm ihre Welt zu
erklären.
Ein Universum voll von Sternen und
Planeten, die sich langsam hin und her bewegten. Wie Seifenblasen,
sagte sie, die durch den Wind getragen werden. Wenn man sie anhaucht,
ändern sie ihre Richtung bis sie irgendwann zerplatzen. Er staunte
nicht schlecht und sie fuhr fort. Am Ende des Universums gibt es ein
Licht. Ein Rauschen, ein Irgendwas. Es gibt Impulse ab und haucht
alles an, lenkt es in ihre Bahnen. Kreirt Wesen, die sich selbst
rekreiren und auf ihren Planeten rummarschieren. Die Erde ist also
wie eine Seifenblase, sagte sie.
Sie lacht bei ihren schönen Gedanken
und er lachte auch. Es gefiel ihm, was sie sagte. Er sprang auf und
ging davon. Danke, sagte er noch und ging seinen Weg nun ohne zu
stolpern.
Bräuche,Traditionen & Wünsche
| via Deviantart |
Wir liegen mit einem Paket Glühwein
unter unserem Mini-Weihnachtsbaum in der Küche und trällern
fröhlich zu elektronischer Musik unsere Weihnachtslieder. Der Baum
steht auf einem kleinen Hocker und ist mit silbernen Lichtern und
kitschigen lila-glitzernden Kugeln dekoriert. Rot-Gold war gestern.
Wir bauen aus Lebkuchenhäusern kleine Kunstwerke, verbrennen unsere
Kekse, pfeifen auf Adventsgestecke und an Weihnachten fahren wir nach
Hause, da es sonst nur Toastbrot geben würde.
Auch wenn sich vieles dieses Jahr bei
uns geändert hat, so bleibt manches doch auch immer noch gleich. Ich
genieße wie jedes Jahr den herrlichen Duft der Tannen und ganzen
Leckereien, freue mich auf Geschenke und vor allem auf meine Familie
und blicke freudig in die Augen anderer Menschen, die durch all die
Lichter draußen in der Stadt vor Freude funkeln.
Und so liegen wir dieses Jahr an Advent
einfach nur unter unserem Baum, erzählen uns Geschichten von
unseren Träumen und Wünschen und blicken auf die Lampen der
Lichterketten als wären es kleine Sterne. Wir denken daran was so
alles passiert ist dieses Jahr. Was wir erreicht haben und wie viele
gute Vorsätze wir schon gebrochen haben. Wir lachen und schluchzen
vor Glück weil alles so wunderbar ist. Doch letztendlich, wenn der
Weihnachtszauber langsam wieder verschwindet und es auf ein neues
Jahr zugeht wünschen wir uns nur eins: Dass das neue Jahr noch
besser wird als das Letzte.
Das Meer & Ich
| via Deviantart |
Sie steht mit einem Bein im Abgrund der
totalen Selbstzerstörung. Die Frage nach dem Sinn. Wer sie überhaupt
ist. Wohin sie will. Zu viele Gedanken in einem Raum mit zu voll
bepackten Kartons. Alles um sie herum scheint zu wackeln und droht
einzustürzen. Deswegen fährt sie nach Norden. Für eine Auszeit von
all dem Lärm und dem Stress in ihrem Inneren. Hier draußen ist sie
allein mit ihrem Irrsinn und dem Rauschen des Meeres. Kann in Ruhe
nachdenken oder alles vergessen.
Ja, wie gerne würde sie jetzt
vergessen. Sich einfach ins Meer fallen lassen, den Kopf unter Wasser
tauchen. Stumm schreien. Den Kopf zum abschalten zwingen. Doch das
Wasser ist viel zu kalt zu dieser Jahreszeit, sie würde sich
erkälten. Also sitzt sie einfach nur da. Minuten, Stunden – wer
weiß das schon? Ihr Zeitgefühl hat sie längst verloren. Sie sitzt
einfach nur da, sucht Schutz und Halt in den Dünen. Das Meer war
schon immer ein Wunder für sie. Obwohl sie sich nie erklären konnte
wieso, linderte es immer wieder ihren Schmerz und brachte sie zur
Ruhe. Als sie wieder wusste wer sie war und wohin sie wollte, brach
sie wieder in die Wirklichkeit auf. Die Sonne hinter ihr ging langsam
unter.
Verzichten
| via Deviantart |
Kaffee & Zigaretten
Es ist 8.10 Uhr und der Wecker reißt
mich unsanft aus meinen Träumen. Im Halbschlaf steige ich aus meinem
Bett und wandere in die Küche. Meine Finger bewegen sich wie in
Trance auf die Knöpfe der Kaffeemaschine zu. Der flüssige, schwarze
Nektar fließt in die Tasse und sein Duft steigt mir in die Nase. Ich
werfe noch einen Löffel und Zucker in die Tasse und greife nach der
Soja-Milch. Doch dann stocke ich. Wollte ich nicht heute auf Kaffee
verzichten? Die Tasse vor meiner Nase lächelt mich verführerisch an
und flüstert leise „Trink mich!“ - NEIN, schreie ich sie an –
und ehe ich mich versehe ist sie im Ausguss verschwunden, Stattdessen
versuche ich meinen Kopf mit schwarzem Tee frei zu spülen.
Eigentlich gar nicht so schlecht. Doch die Zigarette am Morgen fehlt
mir sehr. Mir ist schlecht und ich will nichts essen, stopfe mir
trotzdem ein Nutella-Toast in mich hinein.
Der ganze Tag verläuft nicht besser
als der Morgen. Überall wo ich hingehe lächelt mich entweder eine
Tasse Kaffee oder eine Zigarette an. Oder beides. Die Versuchung
einfach schwach zu werden ist riesig. Ablenkung finde ich wenigstens
Vormittags in der Gesellschaft von Freunden. Mittlerweile ist es
jedoch schon Nachmittag und ich bin einfach nur frustriert. Ich habe
die Nase voll von schwarzem Tee und sich mit Qualm anpusten lassen
macht alles auch nur schlimmer. Meine Gedanken schweifen immer wieder
zu meinen Lastern. Teilweise bin ich doch etwas erstaunt wie süchtig
ich doch bin – aber das war mir eigentlich schon vorher klar. Ich
hatte es nur weit in meinem Unterbewusstsein vergraben. Essen und
Musik helfen mittlerweile auch nicht mehr. Nichts hilft mehr. Ich
frage mich immer wieder, wieso ich mich darauf überhaupt eingelassen
habe? Ich bin einfach kein Verzicht-Mensch. Ich kann keinen Sinn
dahinter erkennen. Mir geht es nicht besser dadurch, stattdessen
leiden ich und meine Mitmenschen unter meiner schlechten Laune. Nach
diesem Tag weiß ich, dass beides ein Luxus ist auf den ich nicht
verzichten möchte. Doch ich habe auch gemerkt, dass es noch viel
schlimmer wäre auf Musik oder Gesellschaft zu verzichten und bin
froh, dass ich auf diese Dinge nicht verzichten musste und es auch in
Zukunft nie tun werde.
Abends bin ich wieder allein. Bevor ich
mich schlafen lege zünde ich mir noch eine letzte Zigarette an und
gebe damit der Versuchung nach. In diesem Augenblick hätte ich
nichts lieber getan.
Vor einem Jahr – der Freiheit so nah
| via Deviantart |
Ich bekomme Herzrasen, Herzklopfen,
zittrige Hände wenn ich an diesen Tag denke. Ich kann es spüren,
als wäre ich noch da, habe ständig Sehnsucht. Wenn ich mir alte
Bilder und Videos ansehe werde ich melancholisch, doch wenn ich die
Augen schließe bin ich in Gedanken wieder da. Vergesse alles um mich
herum. Die Welt scheint so klein, unwichtig und in weite Ferne
gerückt. Ich fühle die Natur und wie meine Haare im Wind wehen.
Wolken ziehen vorüber und meine Sorgen sind wie weggeblasen. Ich
stehe auf meinen Board und fahre, der ganze Körper vibriert durch
das Rollen auf dem Asphalt. Sechs Stunden einfach nur bergab fahren,
alles hinter sich lassen, abheben, abschalten, wegfliegen. Ich war
frei. Und nie habe ich die Freiheit mehr gespürt als an diesem Tag.
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