Samstag, 25. August 2012

Das Gefühl haben / das letzte Jahr / jeden Tag / jede Minute / jede Sekunde / verschwendet / und dann / ein Schlussstrich / einfach vorbei / jetzt geht es los / leben / lieben / genießen / von heute auf morgen

Wenn ich jetzt weine, dann weine ich vor Glück.

Mittwoch, 15. August 2012

Indianer für einen Tag

von Kiki ;)
Ich flechte mir die Haare zu zwei langen Zöpfen, an die Enden stecke ich Federn in das Haargummi. Ein letztes Mal bevor ich losgehe, betrachte ich mich im Spiegel. Mit dem braunen Kleid und dem Holzschmuck sehe ich fast aus wie ein richtiger Indianer. Zumindest fühle ich mich so. Da ich keine Pfeife habe, um Rauchzeichen zu geben, stecke ich mir noch ein Päckchen Drehtabak und Blättchen in meine bunte Umhängetasche. Auf dem Weg zur Haustür klemme ich mir noch schnell das alte Tipi aus Kindertagen unter den Arm. Genaugenommen besteht es nur aus fünf Stangen Holz und einem großen, bemalten Stück Stoff. Es sieht schon ziemlich ramponiert aus, erfüllt jedoch seinen Zweck. Also los.
Mit meinem Aufzug und dem Zelt unterm Arm werde ich auf der Straße seltsam angesehen, doch es ist mir egal, ich bin bald da. Barfuß beschreite ich weiter meinen Weg, bis ich auf eine großen Wiese mitten im Wald angekommen bin. Ich baue mein Zelt unter einem großen Ahorn auf und lasse mich einfach ins trockene, hohe Gras fallen. Diese Einsamkeit und Abgeschiedenheit hatte ich schon lange mal wieder nötig. Also genieße ich und lausche dem Rauschen der Blätter im Wind.
In meiner Kindheit spielten wir oft Cowboys und Indianer. Wenn ich groß bin, werde ich eine Squaw, habe ich damals immer gesagt. Doch irgendwann, als ich erkannte, dass man damit kein Geld verdienen kann, musste ich umdenken.
Ich drehe mir mit dem Tabak eine Zigarette, puste den Rauch langsam in die Luft und versuche daraus Ringe und andere Dinge zu formen. Klappt leider auch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Etwas frustriert drücke ich den Stummel auf einem Stein aus und lege mich hin. Vielleicht kann ich wenigstens in den Wolken etwas beobachten. Ehe ich mich versehe, bin ich eingeschlafen. Als ich wieder aufwache ist es fast dunkel und ich habe Hunger. Da ich ich keine kleinen Hasen fangen möchte, beschließe ich mein Zelt abzubauen und mir zu Hause eine Pizza zu machen. Obwohl ich an diesem Tag vermutlich nichts richtig Indianer-Mäßiges getan habe, fühle ich mich doch ziemlich zufrieden und ausgeglichen. Barfuß stolpere ich den langen Weg wieder zurück nach Hause und hoffe, dass dies nicht der letzte Tag war, an dem ich hier raus gekommen bin.

Dienstag, 14. August 2012

Ich hasse es, wenn ich keine Kontrolle habe. Ich mag es, wenn ich einen Plan habe, an den ich mich halten kann, wenn ich weiß wo ich bin und wo ich hingehen will. Wenn ich in einer fremden Stadt bin und eine Karte in meinen Händen halte fühle ich mich sicher. Wenn ich mein Ziel vor Augen verliere, ist es dann schließlich meine Schuld.
Doch von Zeit zu Zeit überkommt mich das Verlangen, einfach loszulassen. Die Kontrolle abzugeben und mich treiben zu lassen. Mir keine Gedanken machen zu müssen. Es ist immer wieder ein Stück Risiko für mich, ein ewiger Nervenkitzel einem fast Fremden zu vertrauen und mich leiten zu lassen. Doch es fühl sich verdammt gut an.

Freitag, 3. August 2012

"Er rettet dir das Leben.. und du bedankst dich mit 'na Capri-Sonne?!"

Mittwoch, 1. August 2012

Fortsetzungsgeschichte...


via Deviantart
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Ich schluchze und weine fürchterlich. Wenn meine Eloise mich sehen könnte, sie würde denken, ich wäre ein Weichei. Doch ein Weichei würde diese fremde Frau nicht einfach mitnehmen und versteckt halten. Ihr werde ich es beweisen. Ich bin kein Weichei. Und schon gar nicht verrückt. Dass diese Frau hier auftaucht, hat mich einfach völlig aus der Bahn geworfen. Plötzlich kommt sie auf mich zu und will mir die Hand auf die Schulter legen. Sie denkt wohl, sie müsste Mitleid mit mir haben. Bevor ihre Hand meine Schulter auch nur berührt, schrecke ich hoch und stoße sie mit beiden Händen zurück. Sie taumelt erst ein ganzes Stück bevor sie mit einem Schrecken im Gesicht und einem lauten Knall hart auf dem Boden aufkommt. Ein Angstschrei. Jetzt hat sie Panik.
Die Frau fängt nun auch noch an zu schreien. „Lass mich gehen, bitte, ich will nur nach Hause, bitte tun sie mir nichts...“ - „Klappe!“, unterbreche ich sie und donnere ihr mit der Faust ins Gesicht. Sie fängt bitterlich an zu weinen. Bei diesem Gejaule kann ich nicht denken, ich weiß nicht wie ich sie loswerden soll. Noch nicht. Also verpasse ich ihr noch eine. Jetzt ist sie wieder still und ich kann nachdenken. Diese Frau ist in mein Revier eingedrungen, mein Versteck. Sie weiß, wie ich aussehe. Kennt mein Gesicht. Und wenn ich sie gehen lasse würde sie die anderen hier hinunterführen. Diesen Frauen kann man nicht trauen, sie sind alle so geschwätzig wie meine alte Eloise. Ach Eloise, tote Eloise, irgendwann wirst du mir verzeihen.
Die Frau scheint noch eine ganze Weile bewusstlos zu bleiben, also beschließe ich, ihr erst mal jeden ihrer Ringe von Finger zu ziehen. Ich lege ihre Kette und ihre Ohrringe ab, nehme die Gartenharke und die Autoschlüssel aus ihrer Tasche. Dann setze ich mich in den alten Ledersessel und denke nach.
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