| via Deviantart - Four Bugs |
Es ist ein wunderschöner Frühlingstag
mit strahlend blauem Himmel. Während ich in der Stadt auf einer Bank
sitze und auf eine Freundin warte, stellt sich plötzlich ein fremder
junger Mann vor mich und fragt, ob er sich setzen dürfe. Ich mustere
ihn vorsichtig. Er trägt zerrissene Jeans, ein fleckiges Shirt, hat
lange fettige Haare, die unter einem Baseballcap hervorstehen und
fahle, weiße Haut. Selbstverständlich sage ich, die Bank ist
schließlich groß genug für Vier. Doch anstatt sich an das andere
Ende der Bank zu setzen, lässt er sich sich ruckartig direkt neben
mir nieder. Mit dieser plötzlichen Nähe hatte ich nicht gerechnet
und fühle mich extrem unwohl, rücke noch ein Stück näher an die
Kante. Da ich nicht unhöflich sein will, lächle ich ihn nur kurz
an. Er erwidert mit einem großen, breiten Grinsen und entblößt
dabei seine schiefen, vergilbten Zähne. Einer seiner Eckzähne
fehlt. Mir läuft ein Schauder über den Rücken und ich schaue
schnell weg. Krampfhaft hoffe ich, dass meine Freundin bald auftaucht
und mich von ihm erlöst. Doch das tut sie nicht, stattdessen kramt
der junge Mann eine Schachtel Zigarillos aus der Tasche und pafft
eine nach der anderen. Ein beißender Geruch umgibt mich wie eine
Wolke. Übelkeit steigt langsam in mir auf. Soll ich einfach
aufstehen und gehen? Oder wegrennen? „Magst du Käfer?“, fragt er
mich plötzlich. Ich bin entsetzt von seiner Frage, weiß keine
Antwort und gucke ihn nur verdattert an. Er fährt fort: „Die sind
toll, die kann man so schön zerquetschen...“. Gänsehaut, am
ganzen Körper. Jetzt reicht's. In der Ferne sehe ich plötzlich
meine Freundin, Gott sei dank. Ich springe auf, stottere noch ein
„Muss los“ und gehe.