| via Deviantart |
Kaffee & Zigaretten
Es ist 8.10 Uhr und der Wecker reißt
mich unsanft aus meinen Träumen. Im Halbschlaf steige ich aus meinem
Bett und wandere in die Küche. Meine Finger bewegen sich wie in
Trance auf die Knöpfe der Kaffeemaschine zu. Der flüssige, schwarze
Nektar fließt in die Tasse und sein Duft steigt mir in die Nase. Ich
werfe noch einen Löffel und Zucker in die Tasse und greife nach der
Soja-Milch. Doch dann stocke ich. Wollte ich nicht heute auf Kaffee
verzichten? Die Tasse vor meiner Nase lächelt mich verführerisch an
und flüstert leise „Trink mich!“ - NEIN, schreie ich sie an –
und ehe ich mich versehe ist sie im Ausguss verschwunden, Stattdessen
versuche ich meinen Kopf mit schwarzem Tee frei zu spülen.
Eigentlich gar nicht so schlecht. Doch die Zigarette am Morgen fehlt
mir sehr. Mir ist schlecht und ich will nichts essen, stopfe mir
trotzdem ein Nutella-Toast in mich hinein.
Der ganze Tag verläuft nicht besser
als der Morgen. Überall wo ich hingehe lächelt mich entweder eine
Tasse Kaffee oder eine Zigarette an. Oder beides. Die Versuchung
einfach schwach zu werden ist riesig. Ablenkung finde ich wenigstens
Vormittags in der Gesellschaft von Freunden. Mittlerweile ist es
jedoch schon Nachmittag und ich bin einfach nur frustriert. Ich habe
die Nase voll von schwarzem Tee und sich mit Qualm anpusten lassen
macht alles auch nur schlimmer. Meine Gedanken schweifen immer wieder
zu meinen Lastern. Teilweise bin ich doch etwas erstaunt wie süchtig
ich doch bin – aber das war mir eigentlich schon vorher klar. Ich
hatte es nur weit in meinem Unterbewusstsein vergraben. Essen und
Musik helfen mittlerweile auch nicht mehr. Nichts hilft mehr. Ich
frage mich immer wieder, wieso ich mich darauf überhaupt eingelassen
habe? Ich bin einfach kein Verzicht-Mensch. Ich kann keinen Sinn
dahinter erkennen. Mir geht es nicht besser dadurch, stattdessen
leiden ich und meine Mitmenschen unter meiner schlechten Laune. Nach
diesem Tag weiß ich, dass beides ein Luxus ist auf den ich nicht
verzichten möchte. Doch ich habe auch gemerkt, dass es noch viel
schlimmer wäre auf Musik oder Gesellschaft zu verzichten und bin
froh, dass ich auf diese Dinge nicht verzichten musste und es auch in
Zukunft nie tun werde.
Abends bin ich wieder allein. Bevor ich
mich schlafen lege zünde ich mir noch eine letzte Zigarette an und
gebe damit der Versuchung nach. In diesem Augenblick hätte ich
nichts lieber getan.
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